Respekt
Schwäbische Seelen standen schon lange auf meiner Backliste. Aber jedes Mal, wenn ich die Teigausbeute von 187 sah, habe ich das Vorhaben verschoben. Ein so weicher Teig und ich? Diesmal habe ich mir ein Herz gefasst. Zum Glück – denn das Ergebnis hat mich begeistert.
Zutaten
Meine Seelen backe ich mit Sauerteig und einem Kochstück. Beim Mehl weiche ich von der schwäbischen Tradition ab: Statt Dinkel verwende ich Weizen. Obendrauf kommen Kümmel und Islandsalz. Das Salz ist zwar teurer als gewöhnliches Kochsalz, schmeckt für mich aber milder und weniger scharf.
Kniff
Spannend wurde es beim Formen. Zuerst habe ich die Teiglinge klassisch mit den Handkanten aus dem Teig gebrochen. Dann habe ich zur Teigkarte gegriffen – damit kam ich deutlich besser zurecht.
Entscheidend ist, die Teiglinge direkt nach dem Ausbrechen auf Spannung zu bringen. Dafür brauchen sie beim Ziehen über die Arbeitsfläche etwas Grip. Mein Tipp: Die Fläche vorher gut abtrocknen. Auf einer trockenen Arbeitsfläche lässt sich der Teig viel besser auf Spannung ziehen. Durch diese Art der Aufarbeitung und der Teiggare im Kühlschrank erhaltet ihr eine tolle grobe Porung der Krume. Mit viel Glück kommen dann auch die Süßbläschen zum Vorschein, die euch beweisen, dass mit der Fermentation alles tippitoppi gelaufen ist 🙂
Genuss
Am besten schmecken die Seelen noch warm, direkt aus dem Ofen. Wenn die Kruste beim ersten Bissen knackt und die weiche, saftige Krume zum Vorschein kommt, reicht mir oft schon etwas Butter dazu.
Zum Frühstück oder Brunch passen sie wunderbar zu Käse und herzhaften Wurst-und Schinkenspezialitäten. Wenn du auf das Salz und den Kümmel verzichtest, schmecken sie auch mit Schokoaufstrich, Marmelade oder Honig. Abends serviere ich sie gern zu einer Suppe, einem Salat oder einer Vesperplatte. Und wenn Besuch kommt, stelle ich einfach einen Korb frisch gebackener Seelen auf den Tisch – lange bleibt er selten voll.
Vorrat
Die Seelen lassen sich auch gut vorbereiten. Ich lasse sie abkühlen, gebe sie in Gefrierbeutel und friere sie ein. Bei Bedarf backe ich sie mit etwas Schwaden etwa 10 Minuten bei 120 °C auf. So ist auch spontan eine warme Seele zur Hand.
Obacht
Sie machen süchtig. Also backe am besten gleich die doppelte Menge.