Schwäbische Seelen mit Weizenteig

Schwäbische Seelen mit Sauerteig und Kochstück

Doris Dempewolf

Vorbereitungszeit: 20 Minuten

Kochzeit: 15 Minuten

Portionen: ca. 12 Stück

Respekt

Schwäbische Seelen standen schon lange auf meiner Backliste. Aber jedes Mal, wenn ich die Teigausbeute von 187 sah, habe ich das Vorhaben verschoben. Ein so weicher Teig und ich? Diesmal habe ich mir ein Herz gefasst. Zum Glück – denn das Ergebnis hat mich begeistert.

Zutaten

Meine Seelen backe ich mit Sauerteig und einem Kochstück. Beim Mehl weiche ich von der schwäbischen Tradition ab: Statt Dinkel verwende ich Weizen. Obendrauf kommen Kümmel und Islandsalz. Das Salz ist zwar teurer als gewöhnliches Kochsalz, schmeckt für mich aber milder und weniger scharf.

Kniff

Spannend wurde es beim Formen. Zuerst habe ich die Teiglinge klassisch mit den Handkanten aus dem Teig gebrochen. Dann habe ich zur Teigkarte gegriffen – damit kam ich deutlich besser zurecht.

Entscheidend ist, die Teiglinge direkt nach dem Ausbrechen auf Spannung zu bringen. Dafür brauchen sie beim Ziehen über die Arbeitsfläche etwas Grip. Mein Tipp: Die Fläche vorher gut abtrocknen. Auf einer trockenen Arbeitsfläche lässt sich der Teig viel besser auf Spannung ziehen. Durch diese Art der Aufarbeitung und der Teiggare im Kühlschrank erhaltet ihr eine tolle grobe Porung der Krume. Mit viel Glück kommen dann auch die Süßbläschen zum Vorschein, die euch beweisen, dass mit der Fermentation alles tippitoppi gelaufen ist 🙂

Frisch aus dem Ofen mit Süßbläschen!!

Genuss

Am besten schmecken die Seelen noch warm, direkt aus dem Ofen. Wenn die Kruste beim ersten Bissen knackt und die weiche, saftige Krume zum Vorschein kommt, reicht mir oft schon etwas Butter dazu.

Zum Frühstück oder Brunch passen sie wunderbar zu Käse und herzhaften Wurst-und Schinkenspezialitäten. Wenn du auf das Salz und den Kümmel verzichtest, schmecken sie auch mit Schokoaufstrich, Marmelade oder Honig. Abends serviere ich sie gern zu einer Suppe, einem Salat oder einer Vesperplatte. Und wenn Besuch kommt, stelle ich einfach einen Korb frisch gebackener Seelen auf den Tisch – lange bleibt er selten voll.

Vorrat

Die Seelen lassen sich auch gut vorbereiten. Ich lasse sie abkühlen, gebe sie in Gefrierbeutel und friere sie ein. Bei Bedarf backe ich sie mit etwas Schwaden etwa 10 Minuten bei 120 °C auf. So ist auch spontan eine warme Seele zur Hand.

Obacht

Sie machen süchtig. Also backe am besten gleich die doppelte Menge.

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  • Vorbereitungszeit: 20 Minuten
  • Kochzeit: 15 Minuten
  • Gesamtzeit: 24 Stunden 20 Minuten
  • Portionen: ca. 12 Stück

Zutaten Vorteige

Kochstück (Tangzhong oder Water Roux)

  • 40 g Dinkelmehl Type 630 oder Weizen 550, ich: T45 Label Rouge von Moulins Foricher
  • 200 g Wasser

Sauerteig

  • 100 g Mehl (wie oben zur Auswahl)
  • 100 g Wasser
  • 20 g Anstellgut

Hauptteig

  • beide Vorstufen (Kochstück und Sauerteig)
  • 400 g Mehl (wie oben zur Auswahl)
  • 170 + 30 ml kaltes (!) Wasser
  • 12 g Meersalz (ich: Islandsalz)

Zum Bestreuen

  • 1 TL Meersalz, grob (ich: Islandsalz) oder Fleur de Sel
  • 1/2 TL Kümmel
  • 1/2 TL flüssige Butter

Zubereitung Vorstufen

Kochstück und Sauerteig

  • Kochstück

    • Wasser in einem kleinen Topf oder der Pfanne mit Mehl vermischen und Temperatur auf mittlere Stufe stellen
    • mit dem Schneebesen solange rühren, bis sich eine Art Pudding bildet und dicke Blubberblasen sichtbar werden
    • Kochstück in einen Teller füllen, mit Klarsichtfolie abdecken und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen (gerne auch am Vorabend des Backtags herstellen, und im Kühlschrank auskleistern lassen)

    Sauerteig

    • Wasser in ein hohes schmales Gefäß (ich nehme gerne die hohen Weckgläser) füllen, Anstellgut darin auflösen und Mehl einmischen
    • mit dem Glasdeckel oder Gärfolie abdecken und bei Zimmertemperatur für 12 Stunden oder so (bis der Sauerteig sich im Volumen mindestens verdoppelt hat) stehen lassen

Hauptteig

    • 170ml kaltes Wasser in den Kessel der Knetmaschine geben, dazu die Vorstufen und das Mehl
    • auf langsamer Stufe verkneten, und sobald Struktur im Teig ist, das Salz einkneten
    • bis zum Fenstertest weiterkneten, dann die restlichen 30ml Bassinagewasser hinzugeben (nicht auf einmal sondern nur soviel, wie der Teig aufnehmen kann)
    • Teig in eine geölte Teigschüssel geben, und Deckel aufsetzen
    • Teig nun über 2-3 Stunden alle 30 min vorsichtig aufziehen
    • sobald erste Blasigkeit an der Teigoberfläche zu sehen ist, den Teig für 12-14 Stunden bei 6°C im Kühlschrank reifen lassen

    Vorbereitung für die Teigaufarbeitung

    • Backofen auf 250°C vorheizen
    • Arbeitsfläche mit Wasser besprühen
    • Schüssel mit Wasser zum Befeuchten der Hände bereitstellen
    • Geschirrtuch zum Trockenreiben der Rollfläche bereitlegen
    • Einschieber mit Backpapier oder Dauerbackfolie (die von MANZ Backofenmanufaktur ist exzellent) belegen
    • Islandsalz mit Kümmel in ein kleines Schälchen bereitstellen
  • Aufarbeiten des Teigs

    • sobald der Ofen die Backtemperatur erreicht hat, den Teig aus dem Kühlschrank holen
    • Teig auf die mit Wasser besprühte Arbeitsfläche gleiten lassen
    • nicht entgasen, nicht bemehlen oder besprühen
    • nun entweder mit den Handkanten beider Hände, oder einer großen Teigkarte einen Teigling ausbrechen
    • Teigling auf die trockene Seite der Arbeitsfläche absetzen
    • mit den Innenflächen der vertikal stehenden Handflächen oder der Teigkarte (finde ich besser) langsam zu dir hinziehen, so dass sich der Teig um sich selbst rollt, und somit etwas Spannung aufbaut
    • den Teigling auf das Backpapier setzen
    • so fortfahren, bis das erste Backpapier belegt ist (Abstand ca. 5-6 cm)
    • mit Kümmelsalz bestreuen und etwas Wasser einsprühen
    • mit viel Schwaden nun 15-20 min goldgelb backen
    • nach dem Backen auf ein Abkühlgitter geben, und mit Butter bestreichen
    • noch warm servieren, oder abkühlen lassen und in Gefriertüten einfrieren (aufbacken mit etwas Schwaden für 10 min bei 120°C)

    Bestreuen der Seelen

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